- Es wurde bereits dunkel, als Thorn auf einem Hügel in der Ferne die Rietburg entdeckte. Mit ihrer starken Ringmauer und den Wehrtürmen, die den Wachen einen weiten Blick ins Land boten, war sie stets uneinnehmbar gewesen. Noch nie hatten Feinde ihre Mauern überwinden können.
- – Auszug aus dem Roman Das Lied des Königs[1]
Die Rietburg ist traditionell der Sitz der Könige im Lande Andor. Einst war sie als Brandurs Lager bekannt und schützte Brandurs Schar und viele weitere Andori mit einer Palisade vor angreifenden Kreaturen. Später wurde sie zu einer vollwertigen Burg umgebaut.
Bislang herrschten in der Rietburg nur zwei Könige. König Brandur und König Thorald, sein Sohn. Ken Dorr, der dritte Herrscher über Andor, war nur Statthalter. Und ob die Erbin des Throns, Chada, den Einsturz von Borghorn überlebte, um zur Königin gekrönt zu werden, ist nicht bekannt.
Aufbau[]
Eine hohe Steinmauer mit mehreren Türmen schützt die Rietburg. Vor dem hölzernen Eingangstor steht eine große Feuerschale mit einem Ewigen Feuer darin, welches sich bei drohender Gefahr violett verfärbt.
Zahlreiche Häuser befinden sich inner- und außerhalb der schützenden Steinmauern, darunter eine Schmiede, welche zunächst Wulfron und später Warguth gehörte. Dächer sind wie in Andor üblich mit Rietgras gedeckt, welches der Rietburg ihren Namen gibt.
Der Thronsaal steht ein wenig erhöht auf einem Hügel in der Mitte der Burg. Der vom Thronsaal ausgehende mehrstöckige Rundturm ist der höchste Punkt der gesamten Rietburg. Auf seiner Spitze fliegt eine grüne Fahne mit gelben Verzierungen. Über eine Brücke ist der Thronsaal mit "Brandurs Turm" verbunden, einem runden Aussichtsturm mit Zinnen an der Außenmauer.
Die Rietburg verfügt über eine Kapelle, in deren Mitte ein Altar steht[2]. In der Rietburg gibt es auch eine königliche Bibliothek[3] – im Gegensatz zu den meisten Andori wurde König Brandur von Bewahrer Kallun des Lesens und Schreibens unterrichtet[4].
Ein Höhleneingang am Hügel innerhalb der Burg führt in ein verzweigtes Höhlensystem, welches von den Andori als Verlies benutzt wird[5]. In einer tief in den Hügel geschlagenen Kaverne hinter einem schmiedeeisernen Tor gibt es einen großen Raum, in dem unter anderem die Weinfässer des Keltermeisters der Rietburg gelagert werden[6].
Geschichte[]
Als Brandurs Schar auf ihrer Flucht aus Krahd vor dem unüberwindbaren Fahlen Gebirge einen Stopp einlegen mussten, ließen sie sich dort nieder[7] und errichteten "Brandurs Lager" auf einem großen Hügel im nördlichen Rietland, der von einem verzweigten Höhlensystem durchzogen war[5]. Dieses Lager war eine von einer Palisade geschützte Ansammlung von Häusern und während der Trollkriege ein geschützter Ort für viele der im Rietland lebenden Bauern und Fischer, welche Brandur für seine Sache rekrutierte.
Zauberer aus dem fernen Hadria schenkten dem jungen König ein Ewiges Feuer[8], welches fortan in einer Feuerschale vor dem Tor des Lagers[9] brannte und sich bei drohender Gefahr violett verfärbte.
Die mithilfe der Sphäre aus der Zukunft in die Vergangenheit gereiste Schattenhexe Shan erschien an Brandurs Lager und verfluchte neben Brandur all jene, die ihr zu nahe kamen. Kurz nachdem Shan von den ebenfalls in die Vergangenheit gereisten Helden besiegt und von Brandur im frisch gebauten Verlies im verzweigten Höhlensystem magisch eingeschlossen wurde[10], erschien der ebenfalls in die Vergangenheit gereiste Rudnar und verhängte einen undurchdringlichen Schattenwall um die Rietburg. Reka konnte den Schatten erst mithile eines Rituals am Feuerkreis vertreiben.
In den späteren Jahren wurde die Palisade um Brandurs Lager mit festem Stein ersetzt, das Lager immer stärker befestigt und letztendlich zu einer vollwertigen Burg umgebaut, der sogenannten Rietburg. Das Ewige Feuer vor den Toren der Rietburg blieb bestehen.
Mindestens dreimal wurde die Burg im Verlaufe des nächsten Jahrhunderts erobert:
Die erste Eroberung fand im Jahre 59 a.Z. statt, als Brandur und Thorald mit ihren besten Männern die Burg verlassen hatten und sie an den Dunklen Magier Varkur und dessen Armee fiel. Sie wurde befreit von den frisch zusammengekommenen Helden von Andor.
Zwischen 62 und 65 a.Z. wurde die Burg ein zweites Mal erobert, während die Helden sich in Cavern mit lästigen Kreaturen und Varkur herumschlugen. Bei diesem Angriff wurde König Brandur tödlich verwundet, doch den Helden gelang es, die Burg ein zweites Mal zu befreien, ehe der Drache Tarok sie erreichte.
74/75 a.Z., als die meisten Helden sich in Hadria befanden, wurde das schutzlose Andor von den Krahdern aus dem Süden überrannt. Auch die Rietburg fiel an sie und die dort gelagerten mächtigen Schilde Bruderschild und Sternenschild wurden gestohlen. Da die Krahder aber mit neu gefangenen Sklaven nach Krahd zurückkehren wollten, ließen sie die Rietburg leer zurück, sodass die Helden sie nach ihrer Rückkehr wieder besetzen konnten.
Geografische Lage[]
Die Rietburg liegt im Nordwesten des Rietlandes. Sie wurde nah an der Küste von Andor, Sidra, errichtet. Östlich von ihr liegt der Fluss Narne. Ein Weg führt von ihr zum freien Markt und zur Taverne.
Trivia[]
- In einer ersten Fassung der Andor-Geschichte war König Brandur dem Fluch des Drachen Tarok erlegen. Er folgte dessen Willen und baute eine Burg, die, wenn der Drache eines Tages angreifen sollte, mit ihren Rietgrasdächern sofort in Flammen aufgehen würde. Später verwarf Michael Menzel diese Idee. Der Name aber blieb.[12]
- Die Fantasy-Folk-Band ELANE widmete der Rietburg das Stück Castle Song (YouTube) aus dem Album Legends of Andor – Original Board Game Soundtrack.
- In der Pfalz steht eine echte Burg mit demselben Namen. [13]
Andor Junior[]
In der Junior-Welt wird das Hauptgebäude der Rietburg „Palas“ genannt und als Versammlungsort der Krieger von Andor genutzt[15].
Die Westmauer der Rietburg (ihre steilste und höchste Mauer) gilt als unüberwindbar. Direkt daneben, im Westflügel, befindet sich das Klassenzimmer von Lehrer Casimir und den Helden, mit atemberaubendem Blick aufs Fahle Gebirge[16].
Spekulationen[]
- Dass in der Junior-Welt die Westmauer der Rietburg als unüberwindbar gilt, könnte eine Anspielung darauf sein, dass im Grundspiel-Spielplan im Westen der Rietburg die goldenen Schilde anstelle von Spielfeldern liegen, und somit von dort nie eine Kreatur in die Rietburg kommt.
Im Spiel[]
Die Rietburg liegt auf dem Grundspiel-Spielplan auf Feld 0.
Brandurs Lager ist zudem als Spielplanüberleger für Feld 0 in Düstere Zeiten enthalten.
Im Spiel darf die Rietburg nicht von den Kreaturen eingenommen werden. Kreaturen, die in die Rietburg eindringen, werden auf ein goldenes Schild gestellt. Mithilfe von Bauern kann man sich zusätzliche Schilde freischalten. Gibt es kein goldenes Schild für eine Kreatur, die eindringt, ist das Spiel verloren.
Das eigenständige Spiel Die Befreiung der Rietburg erzählt die Geschichte von der zweiten Eroberung und Befreiung der Rietburg.
Quellen[]
- ↑ LdK, S. 68
- ↑ SQ DP, Karte 15
- ↑ HaE, HaE3
- ↑ ST KDMuG
- ↑ 5,0 5,1 DZ, DZ2, "Shan besiegt"
- ↑ LdK, Flüchtlinge
- ↑ https://legenden-von-andor.de/forum/viewtopic.php?p=48882#p48882
- ↑ LdK, S. 49/50
- ↑ Der Spielplan-Überleger "Brandurs Lager" und die Karte DZ2, "An Brandurs Lager" aus Düstere Zeiten zeigen, dass das ewige Feuer bereits damals vorhanden war.
- ↑ DZ, DZ2, „Shan besiegt“
- ↑ „Die Gestaltung von Andor“
- ↑ https://de-de.facebook.com/legendenvonandor/photos/a.435511346499061/2869976136385891/?type=3&__tn__=-R
- ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/Rietburg
- ↑ https://www.facebook.com/legendenvonandor/posts/3221422977907870
- ↑ AJ FdrD, Gefahr für das Rietland
- ↑ AJ SadR, Ein neues Kind auf der Rietburg