Die Legenden von Andor Wiki
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Die Sage vom Butterbrotbären (2019)[]

Nein, nein, es ist natürlich nicht so, dass ich beim Auswählen meines Nutzernamens einfach einige Wörter alliterativ zusammengewürfelt hätte, auf dass ihre Gesamtheit angenehm klinge. Vielmehr steckt hinter diesem Namen eine Geschichte – und selbige würde ich nun gerne mit euch teilen. So vernehmet die Sage vom Butterbrotbären:

Es war früh am Morgen (oder noch spät in der Nacht?) als Gilda dabei war, ihr berühmtes andorisches Tavernenbrot mit feiner Butter (von ihrer Ziege Molli) zu backen. Ein ganzes Brett Butterbrote stand bereits auf den Fenstersims und verbreitete seinen frischen Brotgeruch in der gesamten Backküche. Gerade drehte Gilda sich um, um ein neues Tablett zu holen, da vernahm sie ein lautes Krachen hinter sich. Als sie sich umblickte, lag das erste Brett am Boden und die Brötchen waren nirgendwo mehr zu sehen. Geschwind eilte sie zum Fenster, um sich nach dem Dieb umzusehen – doch in der Dunkelheit war ohnehin kaum etwas zu erblicken. Als Gilda sich bückte, um wenigstens das gefallene Tablett wieder aufzuheben, fand sie jedoch darunter ein versiegeltes Pergament. Ein Brief? Schnell rollte Gilda das Papier auf – Grossvater Erloth hatte ihr schliesslich nicht umsonst Lesen und Schreiben beigebracht – und versuchte zu entziffern, was darauf stand. Doch die meisten Symbole auf dem Dokument waren ihr völlig unbekannt. Einige Kritzeleien sahen aus, als hätte jemand versucht, ein Tier zu zeichnen. Mysteriös, die ganze Sache.

Eine Woche darauf war Gilda erneut dabei, Butterbrote zu backen (und jawohl, in der Andor-Welt werden Butterbrote als solche gebacken, nicht erst später geschmiert^^), als sie erneut hinter sich ein Krachen vernahm. Die Brote zu retten vermochte sie nicht mehr, dafür war es schon wieder zu spät. Aber diesmal konnte Gilda einen Blick auf den Übeltäter werfen, wie er aus dem Lichtschein ihres Fensters in die Dunkelheit des Südlichen Waldes verschwand – und es war kein Mensch, vielmehr ein pelziges Ungetüm, welches geschwind, wenn auch ungeschickt, alle Butterbrote in sein Maul gepackt hatte und damit davongerannt war. Wie schon beim ersten Mal fand Gilda auf dem zurückgelassenen Butterbrotbrett ein Schriftstück. Dieses hier war allerdings eine Schiefertafel, in welche jemand – oder etwas – krakelig einige Zeichen hineingekratzt hatte. Mit etwas Fantasie könnte man darin ein Strichmännlein erkennen. Was das wohl zu bedeuten hatte?

Die nächste Woche war Gilda gewappnet. Schon wie zuvor backte sie ihre berühmten Tavernenbutterbrote und stellte ein Brett voller frisch gebackener Backwaren auf ihren Fenstersims zum Auskühlen. Doch als sie dem Fenster den Rücken zuwandte, war sie auf das Krachen gefasst. Blitzschnell fuhr sie herum, sprang behände über den ganzen Haufen von Schiefertafeln, den der Langfinger diesmal zurückgelassen hatte, und aus dem Fenster hinaus. Gilda rannte hinter dem diebischen Riesen hinterher – aha, ein Bär war das! Selbiger raste schwerfällig davon, als wäre der Teufel hinter ihm her, und verschwand im Dickicht des Südlichen Waldes. Doch Gilda gab noch nicht auf. Einst hatte sie sich ein wenig Fährtenkunde von Fenn, dem Fährtenleser, beibringen lassen, und das konnte sie jetzt nutzen. Wobei die Schneise, welche das braunfellige Ungetüm hinter sich gelassen hatte, selbst für absolute Anfänger in der Kunst des Nachstellens unglaublich offensichtlich gewesen wäre.

Der Spur der Verwüstung durch Gebüsch und Gesträuche folgend, erreichte Gilda nach einem Marsch von einigen Minuten eine kleine Hütte in einer vom Mondlicht beschienenen Waldlichtung. Das war seltsam, sie hatte nicht gedacht, dass sich hier eine befände – und sonst kannte sie sich eigentlich gut im Südlichen Wald aus. Vorsichtig näherte sie sich dem Gemäuer. Der Geruch nach frisch gebackenem Butterbrot – ihrem Brot! – lag in der noch kühlen Waldluft. Das erste Vogelgezwitscher kündigte den baldigen Sonnenaufgang an. Und Gilda trat an das Fenster des kleinen Häuschens und guckte hinein.

Das Innere der Hütte war von einem warmen Kaminfeuer erleuchtet und sah unglaublich gemütlich aus. Gilda erhaschte einen Blick auf eine grosse Stube, in deren Holzwände zahlreiche Zeichen hineingeschnitzt worden waren, ebenjene Zeichen, die sich auch auf dem Pergament und den Schiefertafeln befanden, die das butterbrotestehlende Wesen zurückgelassen hatte. Am Boden erkannte sie einen waschechten tulgorischen Teppich – wertvolle Ware war das! In einem grossen Sessel vor dem Feuer sass eine Gestalt, Gilda den Rücken zugewandt, und genoss augenscheinlich eine Tasse dampfenden Gebräus.

Gilda lehnte sich ein ganz vorsichtig ein wenig weiter vor, um zu sehen, wer denn da in dieser Hütte sass. Da knackte es unter ihren Schuhen – ein trockener Ast, das war ja auch zu erwarten gewesen – und die Gestalt im Sessel schreckte auf. Rasch zog Gilda sich zurück und rannte los zur Taverne, da krachte auch schon die Tür zur geheimnisvollen Hütte auf. Im hellen Schein aus der Hütte erblickte Gilda den diebischen Bären, welcher aus der Tür getreten war und nun bedrohlich brummelnd schnell auf sie zuhetzte. Geschwind drehte sie sich um und hetzte zurück zur sicheren Taverne, durch Unterholz und Gestrüpp, in der Hoffnung, es würde ihren massigen Verfolger etwas abbremsen.

Dem war auch so: Als Gilda die sichere Pforte der Taverne erreichte, hatte sich der Bär erst gerade aus einem Dornenstrauch am Ende des Südlichen Walds befreit. Und wie wir alle wissen, dürfen Bären die Taverne zum Trunkenen Troll ja nicht betreten (klick). Somit blieb dem Bären nichts übrig, als sich nach einem letzten Blick auf das Gebäude langsam umzudrehen und zurück in den Wald zu trotten.

Gilda beobachtete vom Fenster aus, wie das Tier das Weite suchte, während ihr Atem sich langsam wieder beruhigte. In den Tagen, die da kommen, versuchte sie ein-, zweimal im Tageslicht, die mysteriöse Hütte wiederzufinden – erfolglos, die Spuren des Bären führten ins Nichts. Und natürlich berichtete sie in der Taverne von dieser Begegnung, aber mehr ausser Orfens spöttische These, dass sie vielleicht etwas über den Durst getrunken hatte, konnte sie nicht hervorbringen. Nicht einmal bei den Bewahrern vom Baum der Lieder hatte man von dieser seltsamen Hütte gehört. Und nicht einmal Eara konnte den vom Bären zurückgelassenen Schiefertafeln Informationen entlocken, und sie hatte es weiss Mutter Natur versucht.

Seitdem stellte Gilda ihre berühmten Butterbrote jedenfalls nicht mehr frisch gebacken auf ihre Fensterbank. Bloss von Zeit zu Zeit liess sie einige wenige am Rande des Südlichen Waldes liegen. Wenn sie später wiederkam, würden die Brote bereits weg sein, das wusste sie, und manchmal fand sie sogar einige weitere unerzifferbaren Schriftstücke an deren Stelle. Aber den Butterbrotbären sah sie nie mehr – und vielleicht waren es auch einfach irgendwelche Waldgeister, die die Brote jeweils wegschnappten und sich einen Streich mit ihr erlaubten.

Hier endet die Sage vom Butterbrotbären. Gilda hofft immer noch darauf, dass eines Tages jemand die Taverne besucht, der die rätselhaften Botschaften auf den Tafeln entziffern kann. Ob das der Fall sein wird, kann noch nicht mal ich sagen…

Anmerkung aus der Zukunft: Doch, es geht weiter! Und zwar bei der vierten Heldentafel hier.

Vier Jahre später: Was ist ein Butterbrotbär?[]

Ursprünglich hier in der Taverne von Andor verfasst.

Ende 2019, als die Arbeit im Andorwiki nach einigen Jahren des Brachliegens wieder etwas anlief, schrieb ich die Sage vom Butterbrotbären in die Wiki-Blogs, in Anlehnung an Tosts Sage von Tapsi dem Waldtost. Damals stellte ich mir unter einem Butterbrotbären noch einen großen Brummbären mit einem Hunger für Butterbrote vor. Inzwischen male ich mir meinen Forencharakter eher als tiny toastförmigen Teddy aus. Folglich folgt hier nun als Nachsatz eine selbstverliebte Übersicht darüber, was es, Stand Ende 2023, alles für verschiedene Butterbrotbären in den verschiedenen Andorversen gibt:

  • Im offiziellen großen Andorversum und in der offiziellen Junior-Welt wird natürlich kein Butterbrotbär erwähnt, wenn man von der Danksagung im DeK-Begleitheft absieht. Immerhin war im Kanon-nahen Abenteuer Andor 2022 ein Gast mit dem Spitznamen Butterbrotbär im Frühjahr 64 a.Z. in der Taverne anwesend, als Tenaya dort vorbeischaute (klick).
  • In den kanon-fernen Fan-Tavernenpartys (1, 2) war schon mehrmals ein Gast (später sogar Organisator) mit dem Spitznamen Butterbrotbär anwesend. Dieser wurde in diesem Gruppenbild vom Wachsamen Waldläufer festgehalten: Ein großer brauner Teddy mit schwarzen Knopfaugen.
  • In der Welt der bärig gebutterten Geschichtchen lebt, wie in der Sage des Butterbrotbären angetönt und im J&T-Fanfic konkretisiert, der Alchemist Naraven im Südlichen Wald. Er blickt mit seinem Hadrischen Spiegel tief in der Vergangenheit und hält seine Erkenntnisse auf danwarischen Steintafeln fest. Der Butterbrotbär dieser Welt ist eines der vielen Tiere, welche Naraven zu seiner magisch versteckten Hütte führen können – ebenjener Brummbär aus der Sage vom Butterbrotbären, welcher gerne Naravens Steintafeln stibitzt und gegen Gildas Butterbrote tauscht
  • In der Welt von Frodos Mini-Erweiterung lebt ebenfalls ein Butterbrotbär im Südlichen Wald, dieser ist aber kleiner und weniger animalisch als derjenige aus der Sage. Er bietet ein beidseitig gebuttertes Bärenbrot an, welches einem Helden kurzzeitig Drukils Bärenstärke verleiht:
BBB: Ein kleiner brauner Bär stolperte aus dem Südlichen Wald und bot den Helden bereitwillig ein beidseitig gebuttertes Brot an.
1x pro Legende kann ein Held, welcher an der Taverne (Feld 72) steht, das Bärenbrot verspeisen. Bis dieser Held seinen Tag beendet, hat er 3 Stärkepunkte mehr, dafür kann er solange keine Gegenstände, Gold, Edelsteine oder Holz tragen.
– Frodo, 1. Juli 2020[1]
  • In der Welt der kollaborativen Fan-Geschichte "Das Abenteuer der Tavernengäste", die Albus der Bewahrer anstieß (nicht zu verwechseln mit Albus), kommt ein kleiner sprechender Bär vor, welcher allerlei Andor-Lore von sich gibt, gerne Butterbrote mampft und hier die Wunder magischer Waffeln kennenlernt:
Die Tür schwang auf und eine gedrungene Gestalt stürzte in die Taverne hinein. Kleine Äuglein blinzelten unter einer beigen Kapuze hervor. Zwei Hände – oder war es Pfoten? – schoben sich aus Ärmeln hervor und wärmten sich am Feuer. Bibbernd streichelte die Gestalt die Tavernenkatze und fragte in die Runde: „Hat jemand ein Butterbrot? Ich komme gleich um vor Hunger!“
– Butterbrotbär, 9. September 2022[2]
Das Gegenüber von der Steppenechse war ein sonderbares Geschöpf: Es war ein kleiner Bär, in einen Umhang gehüllt, das besonderste Merkmal des Butterbrotbären war jedoch sein knurrender Magen. Er war in ganz Andor bekannt. Einmal als die Steppenechse zum ersten Mal die Taverne von Andor besucht hatte war sie ihm schon mal begegnet. Er hatte am Stammtisch gesessen und genüsslich ein Butterbrot gegessen.
– Steppenechse111777, 22. Mai 2023[3]
Hast du ein Butterbrot?" "Nein aber ein magisches Waffeleisen." antwortete Nic. "Äh...Was für eine magische Waffe?" fragte der Butterbrotbär verwirrt. "Ein magisches Waffeleisen. Damit presst man Teig zusammen und backt man ihn und schliesslich hat man eine sogennante Waffel" Er gab dem Bären das Waffeleisen und ein bisschen Teig.
– nic, 11. Juni 2023[4]

Nach eigener Aussage ist dies dieselbe Welt und derselbe Butterbrotbär wie damals, als Albus der Bewahrer zum ersten Mal Gildas (damals Garzes) gemütliches Gasthaus betrat (hier):

Die Tür der Taverne schwang auf. Herein trat ein junger Bewahrer. "Bei Mutter Natur, ist das kalt da draußen!", beschwerte er sich. "Hallo, mein Name ist Albus.", stellte er sich anschließend vor, "Garz, ich hätte gerne eine warme Ziegenmilch!". Als er die Taverne betrat, sah er sich um. Etwas misstrauisch musterte er den Bären, der gerade ein Butterbrot verspeiste, oder den TroII, der gerade lebhaft, aber ruhig, mit einem anderen Gast diskutierte. Albus fühlte sich sofort wie zu Hause.
– Albus der Bewahrer, 13. August 2022[5]
Der Bär blickte schmatzend von seinem Butterbrot auf, um dem Neuankömmling fröhlich zuzuwinken.
"Willkommen, holder Bewahrer Albus! Was für Neuigkeiten gibt es vom Baum der Lieder? Setze dich an den Kamin und genieße die Wärme – sofern die Schlafende Katze noch genug Platz davor gelassen hat. Wenn die Ewige Kälte noch viel länger anhält, werden wir bald von unserem hauseigenen Feuerdämon abhängig sein, um die Taverne gemütlich warm zu halten."
– Butterbrotbär, 14. August 2022[6]
Auch mehrere andere tierische Besucher gesellten sich zur Tavernenkatze: Der legendäre Butterbrotbär mit seinem Spielzeugtroll, für den Gilda extra das Bärenverbot der Taverne lockerte [...][7]

Wenn ich mich nicht irre, beschreibt diese Szene des Wachsamen Waldläufers Bild der Tavernengemeinschaft, welches weiter oben bereits genannt wurde.

  • Der Tolle Troll, Barde der Kreaturen, führt ein Geschichtenbuch mit sich, auf dessen Cover eine Skizze seiner selbst mit einigen Eastereggs ist. Wäre das Bild ein bisschen weniger verpixelt, könnte man in der rechten unteren Ecke einen weiteren Butterbrotbären erkennen, diesmal als Teddy mit toastförmigem Körper. So zeichnete ich den Butterbrotbären bereits in gemeinsamen Gartic-Phone-Partien.
  • Natürlich gibt es in unserer Welt einen großen Andor-Fan, welcher unter dem Nicknamen Butterbrotbär auftritt, diesen Quark hier verfasst und schon so überhebliche Titel wie "Hüter der Andorchronik" zugesprochen bekam. Towa zeichnete ihn in einem unglaublich coolen Jubiläums-Kreuzworträtsel (zu sehen unten hier), und Galaphil verfasste für ihn hier (als beste Beglückwünschungen bezüglich 2000 beachtlicher, belesener, beflissener, bedeutsamer, besonnener, beglückender, beispielloser, beredter und buchstäblich bemerkenswerter Beiträge in beige und braun, habe ich mir sagen lassen^^ ) sogar schon einen Fan-Helden:
Butterbrotbär, Gelehrter von Andor
Rang 42

1 Helm, 1 großer und 3 kleine Ablagefelder.
14 Stärke, 3 Zeilen Willenspunkte von 0 bis 20. Je ein Würfel pro Zeile.

Sonderfähigkeit: bei der Aktion Laufen kann der Butterbrotbär immer ein Feld weiter laufen als er Stunden ausgibt.
Bei der Aktion Kämpfen bekommt er pro Willenspunktzeile 1 Würfel extra, den er für selbst oder mitkämpfende Helden verwenden können. Im geeinsamen Kampf gilt: Jede/-r HeldIn darf dabei maximal einen Würfel bekommen.
Kämpft er alleine, darf er natürlich alle Würfel selbst verwenden.
– Galaphil, 26. Oktober 2021[8]
  • Und zu guter Letzt gibt es einen beigen Teddy, welcher sich bereits als digitaler Butterbrotbär in einen Sherwood Forest begab (klick, klack). Diesen Teddy kenne ich seit Geburt, und er sieht aktuell aus einem Regal zu, wie ich diese Worte schreibe. :D

Tja, und wenn ich nichts übersehen habe, war es das auch schon – bislang. Wenn ich Leanders wäre, würde ich wohl voraussagen, dass Thorald eines Tages in einem Trunkenen Traum ... aber nein, diese Fan-Legende liegt noch in weit entfernter Zukunft. ;)

Quellen[]

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